Montag, 9. Juli 2012

Film-Review: Der weiße Hai (Jaws)


Ach ja… jeder kennt sie, oder hat sie sicherlich schon einmal gehört: die berühmte Melodie von „Jaws“ oder in Deutsch auch bekannt als „Der weiße Hai“. Am Wochenende habe ich auch endlich, nach all den Jahren der Verweigerung und der Missachtung, den Film mal gesehen – und ich muss sagen: joah. Welch weltbewegender Plot! Echt, so ein komplizierter Film, das hätte ich mir ja nie gedacht, wie der ausgehen könnte! Aber, fangen wir mal von vorne an. Worum geht es denn überhaupt in „Jaws“? (Ich muss übrigens zugeben, dass ich den englischen Originaltitel ziemlich cool finde.)



Amity, welches als beschauliches und bisher beinah unberührtes Seebad gilt, wird eines Tages von einer schrecklichen Bestie heimgesucht: einem Hai. Genauer genommen, einem riesigen weißen Hai, sonst hat der Filmtitel sein Ziel verfehlt. Das Grauen nimmt gleich zu Beginn des Filmes ein, und wie es sich für einen guten Thriller gehört, wird einem der Ekel, die Angst und die Warnungen vor dem Hai erst so nach und nach bewusst gemacht. Als eine junge Schwimmerin zerfetzt am Strand gefunden wird, ist es Polizeichef Martin Brody (brillant dargestellt von Roy Scheider) ein Anliegen, Amity zu schließen. Doch all seine Warnungen werden ignoriert - folglich trägt es sich zu, dass niemand auf Brody hört, sondern alles ganz normal weiter laufen lässt. Was dem Hai selbstverständlich genügend Futter ins Maul treibt. Und das war eines der Details, was mich so geärgert hat: wie blöd können die Leute sein, wenn man schon weiß das es ein Hai gewesen ist, der seine Opfer erbarmungslos zerfetzt? Nein, machen wir einfach in Ruhe weiter! Es wird schon alles gut gehen. Wir können uns ja von mehreren Metern Entfernung an den Strand retten, aus dem einfachen Grund, weil wir zu dumm dazu sind, der Gefahr ins Auge zu sehen. Und aus den weiteren Gründen, weil in der Stadtverwaltung ein paar Deppen sitzen, die nicht wahr haben wollen, das da draußen im Meer etwas schwimmt, das den Badegästen den Garaus machen könnte. 
Einzig und allein die Sorge Brodys und seine Erfahrung mit solchen Dingen – immerhin ist er schon seit Jahren Polizeichef von Amity – zeichnen den Film dafür aus, das nicht alles dem Hai zum Opfer fällt.
Doch die Menschen lernen einfach nicht dazu und wie es sich so gehört für einen ordentlichen Thriller, müssen zuerst mal ein paar dumme Dinge passieren, bis etwas geschieht. Letztendlich ist es aber Brody, der beschließt, auf Hai-Jagd zu gehen, um das Ungetüm auszuschalten.
Im Laufe des Filmes findet Brody, trotz seiner Abneigung gegen Wasser, in dem kaltschnäuzigen Hai-Jäger Quint (Robert Shaw) und dem Meeresbiologen Matt Hooper (Richard Dreyfuss) Unterstützung im Kampf gegen das Monster. Das kleine Fischerboot „Orca“ wird dazu ebenso hinzugezogen wie die Nerven der drei Kämpfer, die sich nach und nach in einer beinah aussichtslosen Schlacht gegen den Hai wieder finden – denn, das blöde Vieh ist einfach nicht und nicht totzukriegen. 

Während Brody, Hooper und Quint sich auch persönlich in die Haare kriegen, stellten sich mir bei der Haijagd ein paar Fragen, die mir glaube ich niemand so wirklich beantworten kann. Oder zumindest… nur zur Hälfte. Wie dem auch sei, ich habe ein paar persönliche Momente des Filmes aufgeschnappt, die bei mir relativ stark hängen geblieben sind. Das geschah vor allem während der Hai-Jagd, was mich davor gestört hat, habe ich ja schon oben aufgelistet.
Während der Hai-Jagd gab es nämlich tatsächlich ein paar Momente, die mir so saudumm vorkamen, so mein Verstand dauernd schrie: „Also DAS hatte ICH besser gemacht!“ Wirklich, ihr werdet es nicht glauben – und, so kultig die blutige Hetzjagd auf das Ungetüm auch sein mag – manche Sachen hatten schon so blöd angefangen, das sie einfach danebengehen mussten.
Um euch mal ein paar Eindrücke aus dem Film wiederzugeben, werde ich sie hier auflisten:
Die drei Männer wissen, dass es ein Riesen-Hai ist, und sogar ein weißer noch dazu. Und die sollen ja auch viel schlimmer sein, als alle anderen Hai-Arten auf dieser Welt. Warum, zum Kiefer des weißen Hais, schnappen sie sich dann die „Orca“, quasi ein Mini-Boot, und fragen nicht die Küstenwache um Hilfe? Das hat mich schon ein wenig irritiert. Klar, Brodys Hinweise auf den Hai wurden ja zuerst von allen, sogar von der lieben Stadtverwaltung, ignoriert, also warum sollten sie dann ein größeres Boot bekommen, das der Hai vollends demolieren kann? Nö, wir nehmen lieber die „Orca“, nix da mit „wir könnten ja noch mal mit der Stadtverwaltung oder mit der Küstenwache reden“. Nööö! Wir bringen uns lieber mit einem Mini-Boot in Gefahr!“
…und als sie dann endlich begriffen hatten, das sie ein größeres Boot brauchten, war es zu ohnehin zu spät.
Der weiße Hai selber dürfte von den Produzenten ein paar spezielle Fähigkeiten bekommen haben. Folgendes ereignete sich ab der Mitte der Jagd, was mich ein wenig stutzig gemacht hat:
Hai: *springt auf das Heck des Bootes*
Yoshi: „Wow, der Hai kann springen!“
Hai: *knabbert das Boot an, hat schon Holzbretter im Mund*
Yoshi: „WTF, das Vieh frisst echt alles!“

Ja, es wurde im Film durchaus erwähnt, dass es tatsächlich Haie dieser Art gibt, die alles, aber auch einfach nur alles fressen. So gesehen auch dann gegen Ende, wo die tapferen Männer ihm eine dieser Taucherausrüstungs-Flaschen in den Mund stecken – die Männer tun sich schwer, die Flasche zu heben, was macht der blöde Hai? Genau, kaut darauf rum wie auf `nem Kaugummi. Aber das kann er ja, kein Wunder, mit den Beißerchen…
Oh, und dann gab es da noch so eine Szene, wo ich unwillkürlich lachen musste, einfach, weil ich sie so dämlich, aber dennoch passend für den Film fand. Das war die Szene, in der der Hai vollends durch das Fenster der „Orca“ und quasi „face to face“ mit Roy Scheider war. Denn, soweit ich recherchiert hab, habe ich nämlich rausgefunden, dass der mechanische, extra für den Film gebaute Hai nie so richtig funktioniert hat. Und das war einer der einzigen Momente, wo man den Hai so richtig aus der Nähe gesehen hat. Es gab dann noch eine weitere Szene, in der man das Biest direkt von vorne sah – nämlich die, wo der Hai so locker auf das Boot sprang, das ich dachte, das gibt’s ja gar nicht. Ich kenne mich nicht mit Haien aus – aber ich denke mal, dass dies ein kleiner Trick der Produzenten war, um den Hai noch mal gefährlicher zu machen… und lächerlicher. Denn ja, obwohl er schon recht furchteinflößend rüber kam, wirkten manche Szenen einfach nur aufgesetzt und albern. Doch so gehörte es sich für damals, und für diesen Film passt das schon so.

Was ich noch hinzufügen möchte, ist die Sache mit den Fässern. Die haben sie nämlich auf den Hai mit Harpunen geschossen, damit das Tier oben bleibt, aber das hat immer nie geklappt. Daraus ereigneten sich folgende Dialoge:
„Der kann mit zwei Fässern niemals unten bleiben. Das schafft er nicht!“
„Drei Fässer. Jetzt sind’s schon drei Fässer!! Das schafft der NIE!“
„Der bleibt mit drei Fässern doch niemals unten…“
…doch, und wie er das konnte! xD

Die Schauspieler

Generell wollte ich den Film sehen, weil darin Roy Scheider die Rolle des Martin Brody übernahm, und weil ich Scheider ziemlich gerne mag. Er ist ein toller Schauspieler und man hat gemerkt, das sich seine Figur mit dem Film mit entwickelt hat, was ich von Hooper und Quint ja nicht gerade behaupten konnte – Quint hat immer nur seinen kaltschnäuzigen, „Ich mache alle fertig“-Standpunkt vertreten während Hooper für den „Ich mache gar nix mehr, wenn Quit weiter so auf mir rum hackt“-Status verantwortlich war. Das hat für ordentlich Konflikte an Bord der „Orca“ gesorgt und die ganze Geschichte noch einmal so richtig aufgebauscht. Brody selbst gehört eigentlich zu den ruhigeren Typen des Filmes, was ich ganz in Ordnung fand. Dennoch, und das muss ich hier jetzt sehr deutlich sagen: ich fand die drei super. Mir haben sie gefallen, und wie sie ihre persönlichen Konflikte untereinander ausgetragen haben.

Der Hai selbst

Ja, das ist so eine Sache: der Hai selbst. Nun, was soll ich von ihm halten? Der Film will uns folgendes vermitteln: er will eine schreckliche Bestie sein, der seine Opfer gnadenlos auseinander reißt und verschlingt. Oder sie, je nachdem, an diversen Orten halb zerfetzt zurück zu lassen.
Die entscheidende Frage, die sich der Zuschauer während des ganzen Filmes stellt, ist: wie kriegt man diesen blöden Hai denn jetzt eigentlich tot? Und die Antwort lautet demnach: gar nicht. Nein, wirklich nicht. Versucht es erst gar nicht! Das klappt sowieso nicht. Einen Hai, der aus Hollywood kommt, quasi dort „gemacht“ wurde… den töten? No. Niemals. Never!

Der Soundtrack

Wie die schon zu Anfangs erwähnte, weltberühmte Musik im Film wirkte, möchte ich hier ganz kurz schildern. Komponiert wurde sie von einem meiner liebsten Soundtrack-Komponisten, nämlich John Williams. Der selbe Mann, der für so tolle, unvergessliche Soundtracks wie Star Wars, Jurassic Park, Harry Potter und ähnliches verantwortlich ist, hat die berühmte „Dam-dam-dam-dam“-Musik für „Jaws“ erschaffen. Generell fand ich, das für manche Szenen der Soundtrack zu „pompös“ wirkte, oder sagen wir es so: sich für mich „zu heldenhaft und zu fröhlich“ anhörte. Aber das ist ganz, ganz typisch für den Stil von John Williams, und selbst, wenn mir die Musik manches Mal seltsam deplaziert vorkam – für den Hai passte sie stets und immerdar. :D Außerdem, und das muss ich hier als John Williams-Fan anmerken – die Melodie ist genau richtig für den Moment, wo das Tier auftaucht. Denn jedes Mal, wenn diese drohende Musik kam, wusste man: gleich pirscht er sich an und zerfetzt was, der Hai. Und deshalb hat mir der Soundtrack, bis auf wenige Ausnahmen, dennoch zugesagt.

Persönliche Kritik zum Film

Im Großen und Ganzen muss ich sagen, das ich schon irgendwie nachvollziehen kann, warum gerade dieser Film so kultverdächtig sein soll: als die Leute diese Art von Film damals zum ersten Mal zu Gesicht bekamen, war es etwas gänzlich Neues für sie. Laut Wikipedia gehörte „Jaws“ zu den Grundsteinen der Blockbustern – kurz darauf folgten nämlich eben solche wie Star Wars, Jurrassic Park etc. ebenso wie eine Reihe von Hai-Filmen bzw. die unterschiedlichsten Tiere werden ganz böse und beißen Leute tot bis man sie endlich ausschaltet-Filmen.
Allerdings haben solche Filme auch einen bitteren Nachgeschmack, vor allem, was den allgemeinen Umgang mit Haien betrifft. Zumal ich gehört habe, das Haie sogar wichtig für den Fortbestand und die Sauberkeit des Meeres sein sollen – denn immerhin fressen sie Kadaver auf oder greifen nur wirklich an, sobald sie sich angegriffen fühlen – aber ich hatte leider noch keine Zeit, um mich genauer mit dem Thema „Hai“ zu beschäftigen. Dann kann ich ja den ganzen Mythen nachgehen, die sich so um dieses Geschöpf ranken. Und ob das wirklich so ist, wie dargestellt im Film. Natürlich will ich nichts beschönigen, denn Hai-Angriffe gibt es, das ist wahr – aber da ich mich noch nicht so damit auskenne, muss ich, bis ich Zeit für ausreichend Recherche habe, noch warten.
Das war’s – meine persönliche Meinung zum Film „Der weiße Hai“. Welch epischer, abendfüllender Plot, und welch überaus komplizierte Handlung. Wow. Basiert übrigens auf einem Buch, indem es um Hai-Angriffe geht. Das ich aber wahrscheinlich nie lesen werde. Jetzt hab ich erst mal genug mit diesem Thema. :D

Regie: Stevien Spielberg
Drehbuch: Peter Benchley, Carl Gottlieb
Produktion: David Brown, Ricahr D. Zanuck
Musik: John Williams
Kamera: Bill Butler
Schnitt: Verna Fields
Haupt-Darsteller:

Roy Scheider: Martin Brody
Robert Shaw: Quint
Richard Dreyfuss: Matt Hooper

und finally - Der Hai.

EDIT: Die Bilder, die ich für den Weblog hier geplant hatte, wollten sich heute nicht hochladen lassen. D: Ich werde es später noch einmal versuchen, aber bis dahin müsst ihr leider ohne Szenen aus dem Film auskommen, sorry ^^;

1 Kommentar:

  1. Hayho!
    Irgendwie ist da ein Absatz doppelt in deinem Eintrag. Und zwar folgender Text:

    Einzig und allein die Sorge Brodys und seine Erfahrung mit solchen Dingen – immerhin ist er schon seit Jahren Polizeichef von Amity – zeichnen den Film dafür aus, das nicht alles dem Hai zum Opfer fällt.
    Doch die Menschen lernen einfach nicht dazu und wie es sich so gehört für einen ordentlichen Thriller, müssen zuerst mal ein paar dumme Dinge passieren, bis etwas geschieht. Letztendlich ist es aber Brody, der beschließt, auf Hai-Jagd zu gehen, um das Ungetüm auszuschalten.

    Den kannst du zumindest einmal löschen. Ich war gerade beim Lesen ziemlich verwirrt. ^^°

    Hmm... Diese Dummheit der Menschen in dem Film hätte mich vermutlich zu sehr aufgeregt. oO
    Nichts ändern am Verhalten, aber sich hinterher wundern, dass es schief läuft... *seufz* Ich hasse sowas... -.- Hab ich gerade mit einer Freundin hinter mir, dieses Prinzip.

    XD Über deine Beschreibung der zusätzlichen Fähigkeiten des Hais musste ich ganz schön kichern. Das hast du echt gut geschrieben. *lach*

    Hui, ich wusste gar nicht, dass der Soundtrack zu dem Film von John Williams stammt. o_o Wahnsinn... XD
    Hihi, sogar ich kenn die Melodie. Obwohl ich den Film nie sah. XD Deswegen kann ich iwie verstehen, dass du die Melodie zu pompös fandst... Kann ich mir sehr gut vorstellen.^^

    Ja, das ist echt ein Nachteil von dem Film. :/ Die Haie an sich werden ganz falsch dargestellt. Ich hab mich ziemlich mit der Thematik beschäftigt und sehr viele Gespräche mit meinem Vater drüber geführt. Haie sind eigentlich überhaupt nicht so, wie in dem Film dargestellt. Sie sind eigentlich eher scheu und greifen den Menschen nicht wirklich an, weil sie es wollen, sondern weil sie ihn mit ihrer Beute verwechseln... Die Haiangriffe, die stattgefunden haben, waren meist alles Verwechslungen - denn Haie haben keine besonders guten Augen.
    Und ganz ehrlich: Wenn ich Blut im Wasser riechen würde als Hai, und ich Hunger habe, dann würde ich mich auch auf die Suche nach dem Ursprung machen. Denn Haie können Blut riechen - mehrere Kilometer weit.^^
    Es sind wirklich schon beeindruckende Tiere. Auch wenn ich finde, dass ihr Äußeres wirklich sehr gruslig ist. ^^ Ich denke auch, dass der Mensch die Körpersprache der Haie evtl. nicht versteht oder umgekehrt. Wenn ein Taucher mit einem Hai schwimmt, brauch der nur eine falsche Bewegung zu machen, und er sieht dann aus wie eine Robbe oder sowas. Zumindest für den Hai... o.o Naja und dann ist das natürlich klar, wie der Hai reagiert... Haie sind nun mal Raubtiere. Ach Mist, jetzt schreib ich viel zu viel drüber. XD Ich hab halt öfter mal Dokumentationen mit meinem Vater drüber gesehen. XD Kann ich echt nur empfehlen, sollte sowas mal wieder im TV laufen. Ist wirklich echt interessant. ^.^

    Ich denke aber, ich werde diesen Film nie anschauen. XD Es ist einfach nicht die Art von Film, die ich gerne gucke... Vermutlich würde ich Albträume kriegen. XD
    Aber es war mal wieder sehr interessant von dir ein Review zu lesen.^^

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